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Die Zukunft der Münchner Deponien

Eine aktuelle Machbarkeitsstudie belegt das enorme Potenzial einer innovativen Belüftungstechnologie für die beiden Deponie der Stadt München

Wissenschaftlich fundierte Strategie

Um die Treibhausgasemissionen bei der Deponie Großlappen und der Deponie Nord-West langfristig und signifikant zu senken, hat der AWM die Firma DEPO Consult GmbH mit einer umfassenden Machbarkeitsstudie beauftragt. Die Fachplaner untersuchten detailliert die Standortbedingungen sowie den Zustand der vorhandenen Gasfassung. Auf dieser fundierten Datenbasis wurde eine Strategie entwickelt, die nicht nur ökologisch wegweisend, sondern auch wirtschaftlich effizient ist.

Nationale Klimaschutzinitiative

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten.
Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen.
Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

Das Projekt: Aerobe Stabilisierung

Statt Deponiegas unter Luftabschluss entstehen zu lassen, sieht das Konzept die Einbringung von Luftsauerstoff vor. Dieser Prozess der „aeroben in-situ-Stabilisierung“ wandelt die Abbauprozesse im Inneren der Deponie um.

Die Ergebnisse der Studie sprechen für sich:

  • ca. 90 % Emissionsminderung: Durch das entwickelte Szenario können rund 90 % der Emissionen (Deponie Großlappen) bzw. 92 % der Emissionen (Depnie Nord-West) im Vergleich zum klassischen Betrieb eingespart werden.
  • Aktiver Klimaschutz: Das berechnete Einsparpotenzial liegt bei ca. 65.000 Tonnen CO₂-Äquivalenten (Deponie Großlappen) bzw. 66.900 Tonnen CO₂-Äquivalenten (Deponie Nord-West)
  • Förderfähigkeit: Die Studie weist nach, dass das Projekt alle strengen Anforderungen der Nationalen Klimaschutzinitiative erfüllt.
  • Wirtschaftlichkeit: Durch diese Technologie lässt sich die Nachsorgezeit bei der Deponie reduzieren

Eine Umsetzung der Machbarkeitsstudie ist mittelfristig geplant.

Aus Theorie wird Praxis: Geplante Maßnahmen auf den Deponien

Nach erfolgreichem Abschluss der Machbarkeitsstudien geht der Betrieb nun den Schritt von der theoretischen Planung hin zur konkreten Umsetzung im Praxisbetrieb. Im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) werden unter den Förderkennzeichen 67K33571 (Deponie Großlappen) und 67K33572 (Deponie Nord-West) durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) die Umsetzung der aeroben Stabilisierung gefördert. Um die Treibhausgasemissionen dabei maximal zu reduzieren, erfolgen eine umfassende Ertüchtigung des bestehenden Gassystems sowie die Errichtung und Integration von RTO-Anlagen (Regenerative Thermische Oxidation) auf den Deponien zur effizienten Abluft- und Schwachgasnutzung.