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Kunst am Bau

Im Rahmen städtischer Bauvorhaben sind bis zu 2 Prozent der Bauwerkskosten für zeitgenössische Kunst vorgesehen. Bei Neubauten von Kindergärten, Schulen, städtischen Verwaltungsgebäuden, U-Bahnhöfen, neuen Grünanlagen, Platzgestaltungen, im Sonderfall sogar bei Kanalbauten werden Künstlerinnen und Künstler beteiligt. Weitere Informationen finden Sie unter www.quivid.com.

Beim Neubau des AWM-Verwaltungsgebäudes am Georg-Brauchle-Ring  wurden zwei Kunstprojekte verwirklicht: " Lexikon" und " Kreis, Quadrat und Abfälle".

Lexikon

Foto: Heiner Blum
"Lexikon" von Heiner Blum

Heiner Blums Lexikon archiviert Zeichen, Symbole und Bilder unserer Kultur im bewussten Gegensatz zur Abfallwirtschaft, die Dinge und Gegenstände spurlos entsorgt, die auch Teil unserer Kultur sind. Auf den grünlich schimmernden Mattglasflächen der langgestreckten Werkstatthalle hebt sich Blums LEXIKON in dezenten sandgestrahlten Silhouetten ab.
180 Glas-Elemente mit alphabetisch aneinandergereihten Symbolen eröffnen dem Betrachter eine ungewöhnliche Enzyklopädie der Menschheitsgeschichte.

Heiner Blum: LEXIKON, 1998/1999

Kurzinfo: 180 sandgestrahlte Floatglasscheiben jeweils ca. 300 x 80 cm. Gesamtlänge der Arbeit 180 Meter. Die Arbeit befindet sich an der Fassade der Werkstatthalle.

Kreis, Quadrat, Abfälle

Foto: Peter Schinzler
"Kreis, Quadrat und Abfälle" von Francois Morellet

Am Anfang war das Chaos. Zumindest wollen das antike Schöpfungsmythologien glauben machen. Mit der in den Achtzigern viel diskutierten Chaostheorie begann sich auch in der Populärphysik die Vorstellung durchzusetzen, dass im vermeintlich Chaotischen genialische innere Ordnungsprinzipien walten. Francois Morellet bringt die Idee von einem ursächlichen Zusammenhang zwischen Chaos und Ordnung in einer raffinierten geometrischen Figur zur Anschauung. Und zwar am urbanistisch goldrichtigen Platz: Dort, wo das komplexe System der städtischen Müllentsorgung organisiert und bewerkstelligt wird, hat er ein weithin sichtbares Leuchtzeichen geschaffen. Hoch oben, vor dem zurückversetzten gläsernen Dachgeschoss signalisiert eine dreiteilige Installation aus blauen Neonlichtröhren den Grundgedanken des Recyclings. Flankiert von einem Kreis und einem auf die Spitze gestellten Quadrat steht im Zentrum ein scheinbar wirres Gefüge sich überkreuzender Bögen und Diagonalen. Es handelt sich um die dekonstruierten Einzelsegmente der Elementarformen Kreis und Quadrat. Morellet führt somit den angestrebten ökologischen Verwandlungsprozess des Abfallwirtschaftsamtes auf eine bildnerische Gleichung zurück. »Dieses Werk hat die Absicht, im Zentrum das Chaos (den Abfall) symbolisch darzustellen und an den Seiten die Reinheit (die Produkte der Wiedergewinnung)«, erklärt der Künstler. Morellet, ein Op-Art-Pionier der Lichtkunst, weiß um die nachhaltige Wirkung leuchtender Farbsignets. Seine in kosmischem Blau gehaltenen Lineaturen beschwören nicht zuletzt energetische Prozesse, die sich in der vierten und damit unsichtbaren Dimension vollziehen. (Text: Birgit Sonna)

Francois Morellet: Kreis, Quadrat und Abfälle, 1998/1999

Kurzinfo: Neonarbeit, Höhe 300 cm, Breite 1030 cm an der Fassade des Verwaltungsgebäudes des AWM, Georg-Brauchle-Ring 2

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