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Mineralfasern, künstliche

Künstliche Mineralfasern (KMF) werden aus Glas, Stein, Schlacke, Aluminiumsilikat (Keramik) und anderen anorganischen Stoffen hergestellt. Sie werden seit den 1970er Jahren hauptsächlich als Wärmedämmmaterialien, im Brandschutz und zur Schallisolation verbaut. In Innenräumen ist KMF in Form von Platten, Matten, Filzen, losen Schüttungen oder Schichtungen an Dächern, Decken, Wänden Rohr- und Lüftungsleitungen eingesetzt.

 

Bei KMF, soweit sie vor dem 31.05.2000 verkauft wurden, ist grundsätzlich von einer kanzerogenen (krebserzeugenden) Wirkung bei Faserfreisetzungen und Aufnahme über die Lunge auszugehen. Sie sind daher ebenso wie beispielsweise das krebserzeugende Asbest als gefährliche Abfälle eingestuft. Deshalb ist beim Arbeiten mit diesen Stoffen ebenfalls höchste Vorsicht geboten. Verwenden Sie auf jeden Fall Handschuhe und eine Feinstaubfilter-Gesichtsmaske, wenn Sie mit diesen Materialien hantieren, und verpacken Sie die angefeuchteten Abfälle unbedingt staubdicht.

Nach dem 01.06.2000 hergestellt KMF haben dagegen eine andere, kürzere Faserstruktur, sind biolöslich und weisen dadurch kein vergleichbares Gesundheitsrisiko auf. Diese ungefährlichen Neuprodukte sind mit einem RAL-Gütezeichen versehen.

Derzeit ist davon auszugehen, dass rund 90 % der anfallenden KMF-Abfälle bei Rückbau- oder Abbruchmaßnahmen immer noch krebserzeugend sind. Deshalb gilt: KMF ohne RAL-Gütezeichen wird ohne gegenteiligen Nachweis als gefährlicher Abfall unter dem Abfallschlüssel 17 06 03* eingestuft.

Da bei Abbruch- und Rückbaumaßnahmen meist keine Unterscheidung zwischen gefährlichen und ungefährlichen KMF-Abfällen möglich ist, werden generell Sicherheitsvorkehrungen empfohlen, wie sie für krebserzeugende Faserstoffe notwendig sind. Zum Schutz vor Faserfreisetzungen und Minimierung von Gesundheitsrisiken für das eingesetzte Personal werden KMF-Abfälle an den Entsorgungsstellen ausschließlich in reißfester, staubdichter Verpackung angenommen.

AVV-Nr. 170603* gefährliche KMF-Abfälle

AVV-Nr. 170604 ungefährliche KMF-Abfälle (Verkauf seit 01.06.2000)

Problematische Inhaltsstoffe:

Künstliche Mineralfasern sind im Tierversuch krebserzeugend (besonders Keramikfasern). Für Glas- und Steinwollefasern sowie Glasmikrofasern besteht auch die begründete Annahme für ein Krebspotenzial. Die kanzerogene Wirkung geht nicht von den chemischen Zusammensetzung aus, sondern von der Länge der Fasern, der chemischen Beständigkeit (z. B. gegenüber Kohlendioxid in der Lunge) und der Faserstruktur. So werden alle Fasern mit einer Länge über 5 Mikrometer (5 tausendstel Millimeter), einem Durchmesser von kleiner als 2-3 Mikrometer und einer gewissen Biobeständigkeit (das heißt, vom Lungengewebe nicht abbaubar) von der Wissenschaft als krebs-erzeugend eingestuft.


Vermeidungstipps:

Sollten Sie in nächster Zeit mit Dämmmaßnahmen an Ihrem Haus oder in Ihrer Wohnung befassen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: KMF-Neuprodukte sind grundsätzlich nicht mehr krebserzeugend und insofern ungefährlich. Daneben gibt es geeignete Dämmstoffe aus Zellulose, Kork, Schafwolle, Kokosfasern, Blähperlit, Holzwolle und neue Polystyrol-Dämmstoffe.

Das Umweltinstitut München e.V. kann Sie zu diesem Thema umfassend beraten. Kontaktdaten: Umweltinstitut München e.V, Landwehrstr. 64a, 80336 München, Tel. 30 77 49-0, Fax 30 77 49-20, E-Mail info@umweltinstitut.org. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 9-17 Uhr und Freitag 9-15 Uhr.

 SeitenanfangWertstoffhof für Privathaushalte

Wenn Sie in München wohnen, können Sie an den Münchner Wertstoffhöfen geringe Mengen (maximal 70 Liter Mineralwolle) kostenlos abgeben.

Liefern Sie Mineralfaserabfälle unbedingt befeuchtet und staubdicht verpackt an. Verwenden Sie dazu reißfeste Kunsstofffolien oder -säcke, die Sie mit Paketklebeband, Kabelbinder oder Draht staubdicht verschließen. Unverpackte oder unzureichend verpackte KMF-Abfälle werden aus Arbeitsschutzgründen nicht angenommen.


 SeitenanfangEntsorgungspark Freimann für Privathaushalte, Gewerbe

Größere Mengen Mineralfaserabfälle können Sie gegen Gebühr am Entsorgungspark Freimann abgeben. Hierzu ist eine Anlieferberechtigung erforderlich. Gewerbebetriebe benötigen darüber hinaus für Gesamtmengen von mehr als 2 Gewichtstonnen gefährlicher Abfälle pro Jahr einen gültigen elektronischen Entsorgungsnachweis und müssen die Anlieferung mit elektronischen Begleitscheinen dokumentieren.

Privatpersonen können bis maximal 2 Säcke á 70 Liter in reißfesten Foliensäcken, die staubdicht verschlossen sind, abliefern (siehe oben).

Größere Mengen KMF-Abfälle sind in speziellen Kunststoffsäcken mit Hebeschlaufen mit maximal 2 Kubikmetern, sogenannten Big bags, staubdicht verpackt anzuliefern.

Bitte beachten: Unverpackte oder unzureichend verpackte KMF-Abfälle werden aus Arbeitsschutzgründen nicht angenommen.

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